Klassischer Trenchcoat auf Schneiderpuppe

Warum der Trenchcoat nicht jeder Frau steht

Trenchcoat – warum dieses Must-have nicht jeder Frau steht

Heute lag sie wieder im Briefkasten: die Brigitte .

Beim Kaffee habe ich sie aufgeschlagen und ein bisschen durchgeblättert. Schon auf dem Cover ging es um: DIE NEUE MODE. Ein paar Seiten weiter dann die große Überschrift:
„Hallo Trend, du passt zu mir.“

Ich musste schmunzeln. Und ehrlich gesagt, habe ich auch ein kleines bisschen die Augen verdreht.

Auf der Modeseite leuchtet es mir entgegen: Orange, Pink, Blau, Lila, Grün, Türkis – alles wild durcheinander.
Hallo Trend, du passt zu mir.
Ähm … vielleicht. Vielleicht aber auch nicht.

Doch darum soll es heute gar nicht gehen.
Denn während sich Farben und Muster jedes Jahr ändern, gibt es einen Trend, der erstaunlich konstant bleibt. Einer, der zuverlässig immer wieder auftaucht.

Der Trenchcoat.


Warum mich der Trenchcoat als Must-have so nervt

Der Trenchcoat wird Jahr für Jahr als absolutes Must-have verkauft.
Als zeitloses Basic. Als Kleidungsstück, das im Kleiderschrank angeblich auf keinen Fall fehlen darf.

Und genau das ist der Punkt, der mich so nervt.

Denn ein Trenchcoat ist kein neutrales Kleidungsstück. Er ist kein unkompliziertes Teil, das „irgendwie jeder tragen kann“. Im Gegenteil: Ein klassischer Trenchcoat bringt ziemlich klare Anforderungen mit.


Was ein Trenchcoat wirklich verlangt

Ein Trenchcoat ist meist:

  • relativ steif geschnitten
  • für das geschlossene Tragen gedacht
  • mit Gürtel konzipiert
  • klar, strukturiert, wenig verspielt
  • in einem Beige-Ton, der häufig eher schwierig ist

Bewegungsfreiheit steht bei ihm nicht an erster Stelle.
Damit er wirklich gut aussieht und sich gut anfühlt, braucht es einiges: ein ausgewogenes Verhältnis von Schultern, Taillenhöhe und Beinlänge, idealerweise eine sichtbare, aber nicht zu ausgeprägte Taille und kein starkes Volumen an Oberarmen oder Brust.

Jetzt mal ganz ehrlich:
Wie viele Frauen erfüllen all das – und fühlen sich darin wirklich wohl?


Für wen der Trenchcoat wirklich funktioniert

Für welchen Stiltyp ist der Trenchcoat geeignet?
Vom Stil her ist der Trenchcoat vor allem ein Kleidungsstück für die Klassikerin .
Sie mögen klare Linien, feste Stoffe, strukturierte Schnitte. An ihr wirkt ein Trenchcoat nicht stark, sondern aufgeräumt und selbstverständlich.

Auch der sportliche Typ kann unter Umständen etwas mit einem Trenchcoat anfangen – dann aber bitte lockerer gedacht: weniger streng, weniger eng, unkomplizierter im Tragegefühl.

Und alle anderen Stiltypen?

Die probieren an, binden den Gürtel, schauen in den Spiegel – und fühlen sich plötzlich verkleidet, unbeweglich oder „angezogen, aber nicht wie sie selbst“.


Warum der Vergleich verunsichert

Was dann häufig passiert, kenne ich aus meiner Arbeit als Stilberaterin sehr gut.

Man sieht den Trenchcoat im Magazin.
Man sieht ihn an einer anderen Frau.
Man hört überall, dass er ein Must-have ist.

Und irgendwann entsteht dieser Gedanke:
Alle tragen das – nur bei mir sieht es nicht gut aus.

Das führt schnell zu Frust und Selbstzweifel.
Der Trenchcoat steht mir nicht – mit mir muss doch irgendwas nicht stimmen.

Dabei liegt das Problem nicht bei der Frau – sondern bei der Annahme, Mode muss immer für alle funktionieren.


Die wichtigste Erkenntnis: Es liegt nicht an dir

Manche Kleidungsstücke passen schlicht nicht zu jedem Menschen.
Nicht zu jedem Körper. Nicht zu jedem Stiltyp. Nicht zu jedem Alltag.

Mode wird oft so verkauft, als wäre sie universell. Das ist sie aber nicht.

Wenn du weißt, welcher Stiltyp du bist, kannst du diesen inneren Druck loslassen. Dann musst du Trends nicht mehr „abarbeiten“, sondern kannst gelassen entscheiden, was zu dir passt – und was nicht.

Vielleicht bist du der Trenchcoat-Typ.
Und wenn nicht, brauchst du ihn auch nicht.


Was du daraus für deinen Stil mitnehmen kannst

  • Trends sind Angebote, keine Verpflichtungen
  • Wenn ein Kleidungsstück nicht funktioniert, liegt das nicht an dir
  • Stil entsteht durch Wissen, nicht durch Mitmachen
  • Klarheit spart Fehlkäufe, Zeit und Nerven

Und vor allem: Sie bringt Ruhe in deinen Kleiderschrank.


Stilberatung mit Nachbetreuung – wenn du Klarheit willst

Wenn du herausfinden möchtest, welche Kleidungsstücke wirklich zu dir passen – und welche du beim nächsten Trend ganz entspannt links liegen lassen kannst – begleite ich dich gerne dabei.

Ich biete eine Stilberatung mit 14 Tagen Nachbetreuung an.
In dieser Zeit nach der Stilberatung bringen wir nicht nur deinen Stil in den Alltag sondern schauen uns auch deinen bestehenden Kleiderschrank an.

Du kannst mir Teile zeigen, die seit Jahren hängen und nie getragen werden.
Wir klären gemeinsam:

  • Passt dieser Teil wirklich zu dir?
  • Wenn nicht: Warum nicht?
  • Und was bedeutet das für zukünftige Kaufentscheidungen?

Damit du beim nächsten Trend ganz entspannt sagen kannst:

„Nee danke. Lass stecken. Dieses Teil kann jemand anders anziehen.“

Wenn du dir Unterstützung wünscht, begleite ich dich gern: Hier geht’s zur Stilberatung

Stilberaterin Silke Kummert

Wer schreibt hier eigentlich?

ist Farb- und Stilberaterin
und Imageberaterin

Ihr Schwerpunkt liegt auf Farbkonzept, Stilentwicklung und Garderobenplanung – für einen Stil, der zum echten Leben passt: alltagstauglich, hochwertig und mit System.

Ergänzend begleitet sie Frauen als Imageberaterin dabei, ihre Präsenz im Job zu stärken und eine authentische Wirkung im privaten und gesellschaftlichen Umfeld zu entwickeln.

FAQ – häufiggestellte Fragen

Muss ich als Frau wirklich einen Trenchcoat im Kleiderschrank haben?

Nein. Auch wenn der Trenchcoat jedes Jahr als Must-have bezeichnet wird, ist er kein Kleidungsstück, das zu jeder Frau passt. Wenn Schnitt, Material oder Tragegefühl nicht zu dir passen, darfst du diesen Teil ganz entspannt weglassen – ohne Stilpunkte zu verlieren.

Woran erkenne ich, ob ein Trend wirklich zu mir passt?

Ein Trend passt zu dir, wenn er sich gut anfühlt – nicht nur im Spiegel, sondern auch im Alltag. Frag dich: Fühle ich mich beweglich? Natürlich? Wie ich selbst? Wenn du dich ständig korrigierst, zurechtzupfst oder unsicher bist, ist das oft ein Zeichen, dass das Teil nicht zu deinem Stiltyp passt.

Warum sieht der Trenchcoat an anderen Frauen toll aus, aber an mir nicht?

Weil unterschiedliche Körperformen, Proportionen und Stiltypen unterschiedliche Anforderungen an Kleidung haben. Ein Trenchcoat ist ein sehr klar geschnittenes, strukturiertes Kleidungsstück – das funktioniert nicht automatisch bei jeder Frau. Das hat nichts mit „richtig“ oder „falsch“ zu tun, sondern mit Passung und deinem Stil.

Sollte ich Trends komplett ignorieren, wenn ich meinen Stil kenne?

Nein, überhaupt nicht. Trends können inspirieren und Spaß machen. Entscheidend ist, sie einzuordnen. Du darfst Trends auswählen, anpassen oder auch komplett ignorieren. Stil entsteht nicht dadurch, alles mitzumachen, sondern dadurch, bewusst zu entscheiden.

Wie hilft mir eine Stilberatung dabei, Fehlkäufe zu vermeiden?

In einer Stilberatung erfährst du, welche Schnitte, Materialien und Formen wirklich zu dir passen – und warum. Mit der Nachbetreuung kannst du konkrete Kleidungsstücke besprechen, Unsicherheiten klären und typische Fehlkäufe verstehen. So entwickelst du ein sicheres Gefühl und kannst im Geschäft viel gelassener entscheiden – und Fehlkäufe vermeiden.


Kommentare

2 responses to “Warum der Trenchcoat nicht jeder Frau steht”

  1. Danke liebe Silke für diesen Artikel! Ich hab tatsächlich schon 2 Trenchcoats gekauft mit denen ich danach nicht glücklich war, und die ich weitergeben musste. An mir wirkte er zu steif und zu eckig etc. Ich bin total froh dass du mit diesem Artikel mit dem Mythos Trenchcoat aufgeräumt hast.

    1. Liebe Dana, das freut mich total.
      Das ist genau das, was ich erreichen möchte.
      Demnächst kannst du das Thema Trenchcoat für dich einfach abhaken. Egal ob Must-have oder nicht 😉.

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